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Ein Meisterwerk der Inklusion: Die tiefere Bedeutung hinter unserem Streetart-Projekt

Am 9. März 2024 haben wir, der Business and Professional Women (BPW) Bonn e.V., gemeinsam mit dem ArtsFourLove e.V. und der talentierten Graffitikünstlerin Nathalie aus Frankfurt, ein Streetart-Event der Extraklasse veranstaltet. An diesem Tag feierten wir den internationalen Frauentag unter dem Motto „Inspire Inclusion“ und den Equal Pay Day unter dem Motto „Höchste Zeit für equal pay!“. Bei strahlendem Sonnenschein und umgeben von einer Atmosphäre aus positiver Energie und kreativem Geist haben zehn Künstler:innen ein beeindruckendes Mural an der Hall of Fame des Brassert Ufers in der Bonner Innenstadt erschaffen. Dieses Kunstwerk setzt sich aus drei Hauptmotiven zusammen, die nicht nur ein visuelles Statement abgeben, sondern auch zum Nachdenken anregen und inspirieren.


1. Catcalling – Ein Aufruf zur Solidarität

Das erste Motiv des Murals nimmt sich dem Thema Catcalling an. Das Motiv, das sich dem Thema Catcalling widmet, stellt eine innovative Umkehrung der typischen Darstellung sexueller Belästigung dar. Laut einer Studie von Stop Street Harassment (2018) erleben 81% der Frauen irgendwann in ihrem Leben eine Form von sexueller Belästigung. Diese Zahl unterstreicht die Dringlichkeit unserer Botschaft und die Bedeutung der Schaffung eines Bewusstseins, das auf Respekt und gegenseitiger Unterstützung basiert. Statt der allzu bekannten verbalen sexuellen Belästigung zeigen wir eine Gruppe von Katzen, die positive und unterstützende Botschaften wie "Stop Catcalling", "Stop Ageism", "Stop Racism", "Check your Privileges" und "My Body, My Choice" verkünden. Diese Darstellung ist ein kraftvolles Symbol für Solidarität und gegenseitige Unterstützung. Es spiegelt unsere Vision wider, in der Frauen sich gegenseitig bestärken und für ein respektvolles Miteinander einstehen. Durch die kreative Umsetzung dieses ernsten Themas in eine positive Botschaft hoffen wir, die öffentliche Wahrnehmung zu verändern und ein Bewusstsein für die Wichtigkeit der gegenseitigen Unterstützung zu schaffen.


2. „Es heißt Vulva“ – Aufklärung und Gleichstellung


Das zweite Bild widmet sich der Aufklärung über das weibliche Geschlecht und der Herausforderung, die geschlechterbezogene Datenlücke zu schließen. Mit dem prägnanten Spruch "Es heißt Vulva" setzen wir uns dafür ein, dass Aufklärung über das weibliche Geschlecht intensiviert wird und geschlechtersensitive Daten breiter zugänglich gemacht werden. Eine Studie der WHO (2021) zeigt, dass umfassende Sexualaufklärung, die die korrekten anatomischen Bezeichnungen umfasst, wesentlich zur Gesundheit und zum Wohlbefinden von Frauen beitragen kann. Zusätzlich verdeutlicht die Gründung der Inter-Agency and Expert Group on Gender Statistics durch die UNO und die Initiative Data2X die Notwendigkeit, gendersensitive Daten zu fördern und zugänglich zu machen. Unsere Botschaft ist ein entschiedener Schritt gegen die Tabuisierung weiblicher Anatomie und betont die Notwendigkeit, das Bewusstsein für geschlechterspezifische Unterschiede in allen Lebensbereichen zu schärfen. Wusstest du zum Beispiel, dass wenn eine Frau in einem Autounfall verwickelt ist, sie im Vergleich zu Männern mit 48 % höherer Wahrscheinlichkeit schwer verletzt wird? Dies ist darauf zurückzuführen, dass die männliche Anatomie als Basis für die Sicherheitstests verwendet wird. Durch unsere direkte Ansprache und die klare Botschaft wird die Dringlichkeit unterstrichen, das weibliche Geschlecht in der öffentlichen und wissenschaftlichen Diskussion adäquat zu repräsentieren.


3. Thomas – Ein Verbündeter für Gleichberechtigung

Das dritte und letzte Bild stellt Thomas dar. Das Thomas-Prinzip besagt, dass es mehr Männer mit dem Namen Thomas in Vorständen gibt als Frauen. Somit zeichnet sich die Zusammensetzung der Vorstände von Unternehmen, die an der Frankfurter Börse gelistet sind, durch eine bemerkenswerte Homogenität und die Dominanz eines "Thomas-Kreislaufs" aus. Ein bemerkenswerter Wendepunkt wurde im September 2019 erreicht, als die Zahl der weiblichen Vorstandsmitglieder die derjenigen übertraf, die auf die Namen Thomas oder Michael hören. Bis September 2023 bleibt die Führungsebene dieser Börsenunternehmen jedoch überwiegend mit einem Anteil von 83 Prozent männlich. Unser Kunstwerk stellt einen anderen Thomas dar - einen Verbündeten im Kampf für Gleichberechtigung und gegen die geschlechtsspezifische Lohnlücke. Thomas, gekleidet in Pink, bringt zum Ausdruck, dass echte Unterstützung über symbolische Gesten hinausgeht. Anstelle von Blumen zum Weltfrauentag fordert er eine gleichberechtigte Bezahlung und setzt sich für die Sichtbarkeit von Frauen in allen Bereichen der Gesellschaft ein. Dieses Bild ist eine Erinnerung daran, dass Verbündete eine wichtige Rolle im Streben nach Gleichstellung spielen und dass es gemeinsamer Anstrengungen bedarf, um strukturelle Ungleichheiten zu überwinden.


Jedes dieser Motive trägt eine tiefe Bedeutung und reflektiert unsere Bestrebungen, eine inklusive Gesellschaft zu fördern, in der jede Stimme gehört wird. Durch dieses Mural haben wir nicht nur ein Zeichen für Inklusion und Gleichberechtigung gesetzt, sondern auch einen Raum für Dialog und Reflexion geschaffen. Es ist unser Wunsch, dass diese Kunstwerke als Inspiration dienen und den Weg für positive Veränderungen in der Bonner Innenstadt und darüber hinaus ebnen.


Wir sind stolz auf das, was wir gemeinsam erreicht haben, und dankbar für jede einzelne Künstlerin, die ihre Zeit, ihr Talent und ihre Leidenschaft in dieses Projekt investiert hat. Gemeinsam haben wir bewiesen, dass Kunst ein mächtiges Werkzeug sein kann, um wichtige gesellschaftliche Themen anzusprechen und für eine inklusive Zukunft zu kämpfen.



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